Personenschutz

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Professioneller Personenschutz
Preventis Safeguard & Advisory Team
www.preventis.gmbh/personenschutz

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Personenschutz ist die Gesamtheit aller Maßnahmen, die zur Verhinderung oder Abwehr von Angriffen gegen Leib und Leben, also die körperlichen Unversehrtheit, sowie gegen die Willens- und Handlungsfreiheit von Einzelpersonen wie auch von Personengruppen ergriffen werden (wie z.B. Entführung, Geiselnahme, Erpressung).[1]

Professioneller Personenschutz

Professioneller Personenschutz ist ganzheitlicher Personenschutz. Professioneller Personenschutz ist klar zu differenzieren zu dem, in der Allgemeinheit bekannten Bild von Bodyguards. Unzählige Sicherheitsdienstleister bewerben unter dem Begriff "Personenschutz" den Schutz von VIPs sowie von Stars und Sternchen. Doch nur wenige Dienstleister sind tatsächlich in der Lage, einen ganzheitlichen Ansatz im Personenschutz bereitstellen. Professioneller Personenschutz beginnt bei der Gefährdungsanalyse und der Ausarbeitung eines individuellen Sicherheitskonzeptes und nicht bei den Schutzmaßnahmen selbst. Die sich allein aus dem Sicherheitskonzept ableitenden Schutzmaßnahmen sind im professionellen Personenschutz meist diskret und unauffällig und werden von außenstehenden Dritten also solche nicht wahrgenommen (also keine auffälligen Bodyguards im "Security-Look"). Schutzmaßnahmen im professionellen Personenschutz dienen i.d.R. dem Schutz tatsächlich gefährdeter Personen (kein "Pseudo-Personenschutz" zum Zweck der eigenen Publicity der Schutzperson).

Gefährdungsanalyse

Die Gefährdungsanalyse im Personenschutz setzt sich aus drei wesentlichen Teilen zusammen:

  1. Bedrohungsbild
  2. IST-Aufnahme bestehender Schutzmaßnahmen
  3. Gefährdungsableitung

Sicherheitskonzept

Das Sicherheitskonzept im Personenschutz wird aus der vorangegangenen Gefährdungsanalyse abgleitet. Dabei berücksichtigt dieses neben konkreten Handlungsempfehlungen zu sicherheitstechnischen Maßnahmen, insbesondere auch solche zu Schutzmaßnahmen in der Aufklärung und im Begleitschutz.

Gefährdete Personen

Zu definieren, ob für eine Person eine Gefährdung vorliegt, stellt auch Sicherheitsbehörden immer wieder vor eine Herausforderung. Bei einer akuten Bedrohungslage besteht in der Regel kein Zweifel an einer Gefährdung. Als gefährdet müssen Personen ggf. aber auch dann eingestuft werden, obwohl sie sich nicht einmal persönlich exponiert haben. Es kann genügen, dass sie Angehörige von Zielgruppen sind oder solchen sonst nahestehen, gegen die sich die Bedrohung richten können. Zu Zielgruppen von Terroranschlägen oder Angriffen gehören im Prinzip alle in Staat, Politik, Wissenschaft oder Gesellschaft prominenten Personen, Funktionäre sowie leitende Beamte, Richter und mitunter führende Personen der Wirtschaft usw. Je nach Region kann die Gefahr vorrangig vom organisierten Verbrechen ausgehen (Lösegelderpressung) oder aber von politischen oder religiösen Fanatikern oder auch unberechenbaren Einzelpersonen.[2]

Gefährdungsstufe

  1. Stufe: Die Person ist erheblich gefährdet, mit einem Anschlag ist jederzeit zu rechnen.
  2. Stufe: Die Person ist gefährdet, ein Anschlag ist nicht auszuschließen.
  3. Stufe: Eine Gefährdung der Person ist nicht auszuschließen.

"Low-Profile" / "High-Profile"

Im Personenschutz wird zwischen weiträumigem, mittelbarem und unmittelbarem Personenschutz unterschieden. Die Zeiten der sogenannten UPS Maßnahmen ("High-Profile"), also des unmittelbaren Personenschutzes mit permanenter Begleitung in der Nahdistanz, sind weitestgehend überholt. Natürlich sind bei einer konkreten Gefährdung der Schutzperson, insbesondere bei Attentats- und Anschlagsdrohungen aber auch diese noch zwangsläufig notwendig.[3]

Low-Profile

"Low-Profile" bedeutet diskrete und unauffällige Schutzmaßnahmen. Dazu gehören u.a. die Aufklärungs-Observation, wie auch andere Schutzmaßnahmen, die von Außenstehenden als solche nicht wahrgenommen werden und damit hoch effektiv sind. Sie ermöglichen, Angreifer bereits in Tatvorbereitungshandlungen zu erkennen und zu identifizieren und damit einen Angriff oder einen Anschlag zu verhindern.

High-Profile

"High-Profile" bedeutet offensichtliche Schutzmaßnahmen, wie z.B. UPS Maßnahmen, also Maßnahmen im unmittelbaren Personenschutz und mit permanenter Begleitung der Schutzperson in der Nahdistanz. Solche Maßnahmen sind bei konkreter Gefährdung der Schutzperson, insbesondere bei Attentats- und Anschlagsdrohungen oftmals unumgänglich und finden auch dann Anwendung, wenn die Maßnahmen eine gewisse abschreckende Wirkung auf mögliche Täter haben sollen.

Bedrohungen

Bedrohungen gegen Schutzpersonen können sich richten durch z.B.[4]

  • Angriffe auf Gesundheit
  • Mord
  • Entführung
  • Geiselnahme
  • Erpressung
  • Androhung von Gift- und Bombenanschlägen
  • physische und psychische Gewalt
  • Angriffe auf Mitglieder der Familie
  • Angriffe auf den engsten Freundes- und Geschäftskreis
  • Angriffe auf vertraute Haus- oder Zuchttiere

Verhältnis zwischen Schutzperson und Personenschützer

Personenschützer sind allein für die Sicherheit der Schutzperson und möglicher Angehöriger verantwortlich. Sie sind keine Servicedienstleister, die für alltägliche Arbeiten, wie z.B. Rasenmähen, Besorgungsfahrten, etc., "eingespannt" werden dürfen, da ein Schutzauftrag dadurch seine Wirkung verliert und sich "verwässert". Zwischen Schutzperson und Personenschützer muss ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aus Respekt und Akzeptanz geschaffen werden. Zudem ist eine Kommunikation auf Augenhöhe für den Schutzauftrag sehr förderlich. Dennoch ist es geboten, dass Personenschützer eine professionelle Distanz zur Schutzperson wahren.

Bewaffneter Personenschutz

Waffenrechtliche Genehmigungen im Personenschutz werden in Deutschland zwischenzeitlich sehr restriktiv gehandhabt. Sie richten sich nach der einzelnen Bedrohungslage einer Schutzperson. Dabei verfügen nicht alle Sicherheitsdienstleister über einen Waffenschein, sondern nur die, die aufgrund nachgewiesener Bedürfnisse auch tatsächlich bewaffnet tätig werden müssen. Im Personenschutz ist es wichtig, dass die Personenschützer über eine fundierte Ausbildung an der Waffe verfügen und ihre Fähigkeiten im Umgang mit ihrer (eigenen) Dienstwaffe durch stetiges Training immer weiterentwickeln. Hierfür sind monatliche Schießtrainings empfohlen.

Quellenangaben

  1. SecuPedia/Personenschutz
  2. SecuPedia/Personenschutz
  3. Moderner Personenschutz durch Aufklärung
  4. Steve Tompson: Personenschutz International - Kompakt und Effektiv