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Krisenmanagement

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CIM Crisis Intelligence Management
Professionelles Krisenmanagement und Krisenkommunikation
www.ci-m.eu/krisenmanagement

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Das Krisenmanagement als Teil des Business Continuity Management umfasst die Aktivitäten zur Vermeidung, Reaktion und Bewältigung von Situationen mit Krisenpotential bzw. von Krisen, die in der Lage wären, den Fortbestand des Unternehmens substanziell zu gefährden oder unmöglich zu machen und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit eines Standortes bzw. des Unternehmens. In diesem Zusammenhang sollte beachtet werden, dass Krisenmanagement keine losgelöste Organisation ist, sondern eine Sonderform der Führung von höchster Priorität zur Reaktion und Bewältigung außerordentlicher Ereignisse. Man kann also von einem integrierten Krisenmanagement sprechen.

Risikofaktoren

In der modernen Gesellschaft können zwei hauptsächliche Risikofaktoren ausfindig gemacht werden: Ereignisse und unbefriedigende Zustände. Diese gestalten sich unabhängig davon, unter welchem Gesichtspunkt Krisenmanagement betrachtet wird. Ebenfalls allen Darstellungen gemein, ebenso wie beim Risikomanagement, ist die Bedeutung, die Informationen zukommt: abgesehen von der Richtigkeit des Inhalts, müssen Informationen zur richtigen Zeit bereit stehen, am richtigen Ort verfügbar sein und in einer übersichtlichen Menge zur Verfügung stehen.

Krisenmanagement als Prozess

Die traditionelle Betrachtung des Krisenmanagements als (Führungs-)Prozess stützt sich auf vier charakteristische Phasen des Ablaufs:

  • Identifikation der Krise
  • Krisenplanung
  • Steuerung
  • Kontrolle

In der Praxis beginnt dieses Prozess nicht mit der Entstehung, sondern erst mit der eigentlichen Wahrnehmung, der „Identifikation der Krise“. Der konkrete Zeitpunkt der Identifikation hat dabei gravierenden Einfluss auf den resultierenden Handlungsspielraum. Daher kommt der Komponente der Früherkennung im Rahmen eines umfassenden Krisenmanagements große Bedeutung zu. Dies schlägt sich auch darin nieder, dass in der Neufassung des KonTraG implizit bestimmte Maßnahmen zur Früherkennung vorgeschrieben werden.

Die „Krisenplanung“ schafft anschließend Möglichkeiten, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Es werden die Ziele (Wertziele, Sachziele und Humanziele) geplant, die mit der jeweiligen Krisenvermeidung bzw. -bewältigung erreicht werden sollen. Aus allen Zielerreichungsplanungen sowohl strategischen (Strategien) als auch operativen Charakters (Maßnahmen) ergibt sich, als auf die Sicherung überlebensrelevanter Ziele ausgerichtete Gesamtheit an Teilplänen, das Krisenprogramm.

Hierbei ist allerdings zu beachten, dass Krisenplanung organisatorisch und technisch perfekt sein muss, um die im entwickelten Krisenprogramm festgelegten Planungsinhalte ordnungsgemäß umsetzen zu können („Steuerung“). Als logische Konsequenz und Ergänzung zur Planung erfolgt eine „Kontrolle“. Diese kann als Prämisse vorauseilend sein, oder die Realisation als Verlauf begleiten bzw. das Ergebnis des Krisenmanagements nachbereitend betrachten.

Krisenmanagement als Institution

Beim Krisenmanagement als Institution handelt es sich um alle Krisenakteure, die sich für die einzelnen Phasen des Krisenmanagements verantwortlich zeigen und einzeln oder in Gruppen mitwirken. Neben der „regulären Führung“ zählen dazu vor allem Aufsichtsgremien und externe Berater. Während die Krisenvermeidung meist Aufgabe der Führung als Krisenakteur ist und externe Berater eher selten zum Zug kommen, wird im Bereich des Krisenbewältigung in der Praxis verstärkt auf externe Berater als Krisenmanager auf Zeit gesetzt.

Krisenmanagement als System

Die Darstellung des Krisenmanagements als System berücksichtigt neben den einzelnen Phasen (Aggregatzustände) einer Unternehmenskrise auch deren Koppelung an das jeweilige Bedrohungspotential und zeigt somit die unterschiedlichen Aktionsfelder (Elemente) der Krisenvermeidung bzw. -bewältigung auf.

Krisenphasen und „Maßnahmen“

Zu den Zielen des Krisenmanagements (Planung, Realisation bzw. Steuerung und Kontrolle) kommt eine weitere Dimension, die „Maßnahmen“, hinzu. In dieses Spannungsfeld lassen sich vier unterschiedliche Krisenphasen und deren jeweilige Maßnahme (Art des Krisenmanagements) als Konsequenz einordnen.

Krisenphase Äquivalent in der Literatur Art des Krisenmanagements
potenzielle Unternehmenskrise Strategische Krise antizipativ Aktives Krisenmanagement
latente Unternehmenskrise Erfolgskrise präventiv
akut/beherrschbare Unternehmenskrise Liquiditätskrise repulsiv Reaktives Krisenmanagement
akut/nicht beherrschbare Unternehmenskrise Konkurs/ Vergleich liquidativ

Das aktive Krisenmanagement handelt, noch bevor eine Krise vorhanden, also akut, ist (Krisenvermeidung). Bei der antizipativen Vorgehensweise wird versucht, mögliche Unternehmenskrisen zukünftiger Perioden mit Hilfe der Ausarbeitung von Szenerien gedanklich vorweg zu nehmen. Bereits latenten, also verdeckten aber nicht offensichtlichen, Unternehmenskrisen begegnet das präventive Krisenmanagement mit der gezielten Früherkennung durch bsp. Frühwarnsysteme. Ist eine Krise bereits akut und erfordert folglich eine Reaktion, so kümmert sich das reaktive Krisenmanagement um den gezielten Umgang mit der Krise (Krisenbewältigung). Dabei ist die Vorgehensweise davon abhängig, ob eine Krise noch beherrschbar ist, oder nicht. Zentrale Aufgabe des repulsiven Krisenmanagement ist die Planung, Realisation und Kontrolle reaktiver Maßnahmen zur erfolgreichen Repulsion (Zurückschlagung) im Sinne einer Sanierung. Es handelt sich hierbei um eine unternehmenserhaltende Krisenbewältigung einer beherrschbaren Krise. Bietet eine Krise keinerlei Überlebenschancen für das Unternehmen, ist also unbeherrschbar, so organisiert das liquidative Krisenmanagement den „geordneten Rückzug“ und versucht, im Sinne einer planvollen Liquidation, alle am Unternehmen unmittelbar und mittelbar beteiligten Gruppen (wie Anteilseigner, Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten etc.) vor größeren Verlusten zu schützen.

Kommunikation im Krisenmanagement

Ein wichtiger Aspekt, dem bei all der Komplexität der Herangehensweisen leider oft zu geringe Priorität zugesprochen wird, ist der kommunikative Aspekt. Jede Krise beeinflusst Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Unternehmen, handelnde Personen, Produkt und Kompetenz negativ. Um überkritische und hochemotionale Reaktionen aktiv abzuwehren, bedarf es daher einer zuverlässigen, schnellen und glaubwürdigen Kommunikation, denn meistens ist eine Krise zwangsläufig mit einer öffentlichen Wahrnehmung verbunden und sofern die Krise nicht bereits öffentlich ist, besteht ein hohes Risiko, dass die Öffentlichkeit Kenntnis davon erlangt. Es gilt daher, sich medial geschickt zu verhalten um aus dem Fokus der Berichterstattung zu treten.

Aus diesem Grund ist reaktives Krisenmanagement niemals ohne den Aspekt der Krisenkommunikation zu betrachten, darf allerdings bereits bei der Krisenvermeidung nicht außer Acht gelassen werden.

„Fehler“ in der Krise

Den größten Fehler, den ein Unternehmen während einer Krise machen kann, ist es, ein Informationsvakuum entstehen zu lassen. Dieses wird viel zu schnell mit Gerüchten und Halbwahrheiten gefüllt. Es ist daher wichtig, in der Krisenkommunikation auf Echtzeit, Offenheit und Wahrheit zu achten. Das heißt, dass in einer ersten Pressemeldung nicht viele Fakten und Hintergründe genannt werden müssen. Ein erstes Statement mit dem Tenor, dass das Problem erkannt und an einer Lösung gearbeitet wird, ist oft ausreichend, so lange es recht zeitnah geschieht und eine klare Kommunikationslinie gefahren wird. Des Weiteren ist zu beachten, dass nicht jede „Aktion“ im Sinne einer gekonnten Krisenkommunikation auch wirklich angebracht ist. Durch „falsche“ oder vorschnelle Aktionen kann der Öffentlichkeit suggeriert werden, dass es sich bei dem konkreten Inhalt der Krise um etwas „Unethisches“, „Unerhörtes“ oder „Unmoralisches“ handelt (wie z.B. eine ungeschickte Verfahrensweise mit den Medien).

Weblinks

Literatur

  • Tobias Nolting, Ansgar Thießen (Hrsg.): Krisenmanagement in der Mediengesellschaft. Potenziale und Perspektiven in der Krisenkommunikation ISBN 978-3-531-15384-1, Wiesbaden, 2008
  • Frank Roselieb (Hrsg.): Die Krise managen ISBN 3-934191-71-1, Frankfurt am Main, 2002
  • Matthias Gahlen, Maike Kranaster: Krisenmanagement. Planung und Organisation von Krisenstäben ISBN 978-3-555-01375-6, Stuttgart, 2007
  • Arnd Joachim Garth: Krisenmanagement und Kommunikation. Das Wort ist Schwert - die Wahrheit Schild ISBN 978-3-8349-0948-0, Wiesbaden, 2008

Siehe auch